10.5.5.1.Die Verwaltungsgerichte

1. Mit Art 129 B-VG in der Fassung der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012, BGBl I 2012/51 werden ab 01.01.2014 anstelle der Unabhängigen Finanz- und Verwaltungssenate neue Verwaltungsgerichte eingeführt, und zwar

  • für jedes Land ein Verwaltungsgericht des Landes;
  • für den Bund ein Bundesverwaltungsgericht;
  • für den Bund außerdem ein Bundesfinanzgericht.

Weitere Bundesgesetze dazu sind das BundesverwaltungsgerichtsG (BVwGG), BGBl I 2013/10, das VerwaltungsgerichtsverfahrensG (VwGVG), BGBl I 2013/33 und das FinanzverwaltungsgerichtsbarkeitsG (FVwGG), BGBl I 2013/14.

Literatur dazu: Köhler, Neues im VwGH-Verfahren, ecolex 2013, 499, Grois, Einführung der zweistufigen Verwaltungsgerichtsbarkeit durch die Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012, AnwBl 2013, 426; Lehofer, "Verwaltungsgerichtsbarkeit neu" – die wichtigsten Änderungen im Überblick, ÖJZ 2013/81, 757; Ryda/Langheinrich, Vom unabhängigen Finanzsenat zum Bundesfinanzgericht oder ein Jahreswechsel der anderen Art, FJ 2013, 363 (Teil 1), FJ 2013, 403 (Teil 2); Grabenwarter/Fister, Die neue Verwaltungsgerichtsbarkeit, NZ 2013/148, 353; Mairinger, Der Verwaltungsgerichtshof und das Revisionsverfahren, ÖStZ 2013/974, 539; Lehofer, Die aufschiebende Wirkung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren, ÖJZ 2014, 2; Müllner, Beschwerdevorentscheidung und Vorlageantrag, ZfV 2013, 881; Paar, Das neue Rechtsmittel der Revision in der Verwaltungsgerichtsbarkeit im Vergleich mit der Revision in der Zivilgerichtsbarkeit und der noch geltenden Ablehnungsbefugnis des VwGH, ZfV 2013, 889; Kolar, Der Verwaltungsgerichtshof als Revisionsgericht, ÖJZ 2014/31, 197; Unger, Das Verfahren vor dem Bundesfinanzgericht, ÖJZ 2014/37, 245; Ryda/Langheinrich, Die Formalentscheidungen des Bundesfinanzgerichts im Bescheidbeschwerde- & Revisionsprüfungsverfahren, FJ 2014, 95; Zußner, Zur Wahl der Verwaltungsgerichte erster Instanz zwischen kassatorischer und meritorischer Entscheidung, ZfV 2016/65, 451.

2. Zur Rechtsstellung der belangten Behörde im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht: VwGH, 06.04.2016, Fr 2015/03/0011 (Säumnis).

3. Das Verwaltungsgericht darf auch solche Rechtswidrigkeiten aufgreifen, die der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht hat. " Von einem Beschwerdeführer kann nicht erwartet werden, dass er in seiner Beschwerde sämtliche rechtlichen Angriffspunkte aufzeigt. Ebenso wenig kann davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber den Prüfungsumfang ausschließlich an das Vorbringen des Beschwerdeführers binden wollte. Die Prüfungsbefugnis der Verwaltungsgerichte ist aber keine unbegrenzte. Der äußerste Rahmen für die Prüfbefugnis ist die 'Sache' des bekämpften Bescheides": VwGH 27.01.2016, Ra 2014/10/0003

1008