1.5.2.2.Allgemeines zum Konsumentenschutzrecht

§ 3 Abs.3 Z.1 KSchG schließt das Rücktrittsrecht nur dann aus, wenn der Konsument genau denjenigen Vertrag angebahnt hat, von dem er zurücktreten möchte (kongruente Anbahnung): OGH 05.05.2009, 1 Ob 76/09x, RdW 2009/659, 642.

Unbeschränkte Rücktrittsfrist, wenn Belehrung über Rücktrittsmöglichkeit fehlt oder wenn in der Belehrung unrichtige Rücktrittsfrist angegeben wurde: OGH 02.09.2015, 7 Ob 107/15h (Versicherungsvertrag).

– (§ 30a KSchG) – Nur dann, wenn der Mietvertrag am Tag der Erstbesichtigung unterfertigt wurde.

Rücktrittsrecht des Mieters von einer Auflösungsvereinbarung: OGH 28.06.2012, 2 Ob 1/12d, EvBl-LS 2012/165, 1022. Mietvertragsänderung als Haustürgeschäft: OGH 27.06.2013, 8 Ob 130/12v, wobl 2013/117, 294.

: versteckte Vertragsklauseln gelten nicht als "ausdrücklich und schriftlich" im Sinne des § 31 Abs 1 Z 3 KSchG: OGH 25.06.2014, 2 Ob 131/13y, RdW 2014/634, 582 (fehlender Vermittlungserfolg).

– (§ 13 KSchG) – Zu den Formerfordernissen: OGH 22.02.2011, 8 Ob 37/10i, ÖBA 2011/1737, 597 = ecolex 2011/316, 810 (Kreditvertrag).

Pflicht des Unternehmers zur Bekanntgabe eines Bankkontos (§ 6a Abs 1 KSchG). Siehe dazu Pesek, das nicht bekanntgegebene Bankkonto, ÖJZ 2013/47, 450.

Siehe dazu Haidmayer, Die Verbraucherrechte-RL 2011/83/EU, ecolex 2012, 192.

Richtlinie 2013/11/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2013 über die alternative Beilegung verbraucherrechtlicher Streitigkeiten und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 und der Richtlinie 2009/22/EG (Richtlinie über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten – ADR-RL). Siehe dazu Griss, Die Schlichtungsstelle für Verbrauchergeschäfte, VbR 2013/24, 36.

Verordnung (EU) Nr. 524/2013 vom 21. Mai 2013 über die Online-Beilegung verbraucherrechtlicher Streitigkeiten und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 und der Richtlinie 2009/22/EG (Verordnung über Online-Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten)

– (BGBl I 105/2015) – Bundesgesetz über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten (AStG).

– VRUG (BGBl. I Nr. 33/2014) – Enthält insbesondere das Bundesgesetz über Fernabsatz- und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge (Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz – FAGG) und eine Novellierung des Konsumentenschutzgesetzes (KSchG).

Nahezu alle Verträge, die außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmers geschlossen wurden, kann der Konsument binnen 14 Tagen widerrufen; bei Verstoß gegen die Informationspflichten (§ 5a KSchG, § 4 FAGG) sogar mehr als ein Jahr (§ 3 Abs 1 KSchG; §§ 11 f FAGG). Leistungen, die der Unternehmer in der Zwischenzeit erbracht hat, kann der Unternehmer nach derzeitiger Rechtslage nicht verrechnen.

Kein Rücktrittsrecht nach § 11 FAGG für auf der Baustelle erteilte Zusatzaufträge: OGH 20.02.2018, 4 Ob 28/18y, ZVB 2018/75, 285

  • VbR 2014/45, 68
  • Die miet- und wohnrechtlich relevanten Teile des Verbraucherrechte-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes, immolex 2014, 170
  • Die Verbraucherrechte-Richtlinie und ihre Auswirkungen auf den Maklervertrag, immolex 2014, 181
  • Auswirkungen des VRUG auf das Wohn- und Immobilienrecht, wobl 2014, 185
  • Verlängerte Rücktrittsmöglichkeit, VbR 2014/110, 176
  • Konsumentenschutz in der Rechtsprechung, ÖJZ 2004, 241
  • Welche Preisänderungsklauseln sind in Verbraucherverträgen wirksam? wbl 2005, 197
  • Neuere Rechtsprechung zum Konsumentenschutz, ÖJZ 2007/1, 1
  • Zum Rücktritt vom "Haustürgeschäft" nach § 3 KSchG, immolex 2009, 292

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