1.5.4.1.1.Vorvertragliche Rechtspflichten

1. Aufklärung: Allgemeines zu den Aufklärungspflichten bei Privatverkauf eines Gebrauchtwagens: OGH 19.03.2013, 4 Ob 11/13s, Zak 2013/219, 176. Vorvertragliche Aufklärungspflicht des Liegenschaftsverkäufers über streitsüchtigen Nachbarn: OGH 14.01.2010, 6 Ob 268/09v, Zak 2010/150, 96; des Gebrauchtwagenhändlers über die in Branchenkreisen bekannte Reparaturanfälligkeit der Motortype: OGH 28.03.2012, 8 Ob 19/12w, Zak 2012/342, 174; Siehe auch OGH 4 Ob 150/10b.

Bei Abschluss eines Kaufvertrags trifft den Verkäufer eine Aufklärungspflicht, wenn der Käufer zum Ausdruck brachte, dass er auf einen bestimmten Punkt besonderen Wert legt; der Verkäufer muss dann den Käufer über solche Umstände aufklären, deren Bedeutung dieser mangels Fachkenntnis nicht erkennt, deren Kenntnis aber für seine Entscheidung zum Vertragsabschluss von maßgeblichem Einfluss gewesen wäre: OGH 23.06.2015, 10 Ob 32/15a, ecolex 2016/165, 377 (KFZ Betriebssicherheit).

Keine Aufklärungspflicht des Werkunternehmers über die Höhe des angemessenen Werklohnes: OGH 29.03.2011, 2 Ob 7/11k, RdW 2011/489, 468; auch nicht über die (voraussichtliche) Höhe des Werklohnes: OGH 17.06.2014, 10 Ob 15/14z, ZVB 2014/121, 410 (Regiepreisvereinbarung).

Keine nachvertragliche Aufklärungspflicht: OGH 16.11.2009, 9 Ob 13/09s, RdW 2010/283, 278 (Kunsthändler).

Zur Aufklärungspflicht gegenüber (scheinbar) sachverständigen Kunden: OGH 31.03.2011, 1 Ob 9/11x, Zak 2011/371, 196 = RdM 2011/138, 154 (Arzt).

2. Literatur: Lukas, Abbruch von Vertragsverhandlungen, JBl 2009, 751 (Teil I), JBl 2010, 23 (Teil II).

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