3.2.1.5.Arbeitskampf und Streik

1. Den Betriebsrat trifft eine betriebsverfassungsrechtliche Friedenspflicht. Er darf sich daher an gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen gegen den Arbeitgeber nicht beteiligen: OGH 19.11.2003, 9 ObA 125/03b, ecolex 2004/142, 302 = wbl 2004/203, 389 = DRdA 2004/48, 558 = RdW 2005/52, 35.

Literatur dazu: Rebhahn, Der Arbeitskampf bei weitgehend gesetzlicher Regelung der Arbeitsbedingungen, DRdA 2004, 399 und 503; Cerny, Zur Frage einer betriebsverfassungsrechtlichen Friedenspflicht, DRdA 2004, 517; Löschnigg, Betriebliches Kampfverbot und betriebsverfassungsrechtliche Friedenspflicht, RdW 2005/51, 32.

2. Ernstlich arbeitsbereiten Dienstnehmern gebührt Entgeltfortzahlung für die Dauer des Streikes, es sei denn, der Dienstgeber erklärt klar und deutlich, während des Streikes Dienstleistungen nicht anzunehmen: OGH 19.12.2005, 8 ObA 23/05y, RdW 2006/231, 237 = ecolex 2006/140, 307 = EvBl 2006/64, 368 = wbl 2006/127, 276 = DRdA 2007/9 (Jabornegg), 107 ; OGH 25.01.2006, 9 ObA 62/05s, RdW 2006/232, 240. Das erst recht, wenn der Dienstnehmer sogar zum Bereitschaftsdienst eingeteilt war: OGH 23.11.2005, 9 ObA 17/05y, RdW 2006/233, 241.

Literatur dazu: Drs,  Streik: Entgeltfortzahlungsanspruch arbeitswilliger Arbeitnehmer, RdW 2006/230, 230; Gerhartl,  Entgeltanspruch der Streikbrecher, ÖJZ 2006/56, 871.

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