1.5.1.6.Allgemeines zur Zession

(Forderungsabtretung - §§ 1392 ff ABGB)

1. Mit dem Zessionsrechts-Änderungsgesetz, BGBl I 2005/51, hat der Gesetzgeber die Rechtsgrundlagen der Zession geändert. Kernthema der Änderungen sind vertragliche Abtretungsverbote, denen die Rechtsprechung bisher absolute Wirkung zugesprochen hat.

Literatur dazu: Grünzweig,  Neue Regeln für vertragliche Zessionsverbote, RdW 2005, 398; Feuchtinger,  Absicherungsmöglichkeiten im Geschäftsverkehr und Neuerungen im Zessionsrecht, SWK 2005, 1123; Beig,  Ende der absoluten Wirkung des Zessionsverbots bei Unternehmergeschäften, ecolex 2005, 676; Brand,  Revolutionäres im Zessionsrechts-Änderungsgesetz, ecolex 2005, 677; Zwitter-Tehovnik,  Das Zessionsrechts-Änderungsgesetz - ein Kick-off für Securitisations in Österreich, ecolex 2005, 678; Bydlinski/Vollmaier,  Die gesetzliche Entschärfung vertraglicher Abtretungsverbote und Abtretungsausschlüsse, JBl 2006, 205; Markowetz/Radauer, Konventionalstrafe als probates Mittel gegen (willkürliche) Abtretung von Forderungen?, ecolex 2008, 899 (Antwort: nein).

2. Sicherungszession: Zur Publiziät eines Buchvermerks: OGH 23.02.2011, 3 Ob 155/10f, RdW 2011/262, 273 = ecolex 2011/204, 521 (EDV-Buchhaltung).

Literatur: Beig, Publizität der Sicherungszession, ecolex 2008, 314; Wiesinger, Sicherungszession und Drittschuldnerverständigung, ÖJZ 2009/44, 395; Riedler, Sicherungszession: 3 Ob 155/10f - Neue Leitentscheidung zum Inhalt des Buchvermerks, Zak 2011/266, 143.

Die Vinkulierung von Versicherungsforderungen regelt das Gesetz nicht. Ihr Inhalt bestimmt sich somit nur aus der Parteienvereinbarung: OGH 03.06.2009, 7 Ob 229/08i, ÖBA 2010/1601, 131.

3. Scheinzession: Die Leistung an den Scheinzessionar wirkt schuldbefreiend. Somit kann sie der Schuldner vom Scheinzessionar auch nicht mit der Begründung kondizieren, er habe ohne Rechtsgrund geleistet: OGH 18.06.2009, 8 Ob 29/09m, EvBl 2009/143, 964 = RdW 2009/719, 712 = ecolex 2009/403, 1049 (Konkurs des Scheinzedenten).

4. Zessionsverbote: Für die Rechtsschutzversicherung normiert Art. 11 Punkt 1 der ARB (Allgemeine Rechtsschutzbedingungen) ein Abtretungsverbot für Versicherungsansprüche, solange sie noch nicht zumindest dem Grunde nach endgültig festgestellt sind. Grund dafür ist, daß sich die Versicherungen in der Deckungsfrage ausschließlich mit dem Versicherungsnehmer auseinandersetzen wollen. Diese Bestimmung ist nicht sittenwidrig: OGH 09.05.2007, 7 Ob 85/07m, JBl 2007, 783.

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