9.1.1.Strafbarkeit juristischer Personen

1. Das Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit von Verbänden für Straftaten (Verbandsverantwortlichkeitsgesetz) - in Kraft seit 1.1.2006 - erlaubt die strafrechtliche Verfolgung juristischer Personen.

Eine juristische Person (Verband) ist dann für eine Straftat verantwortlich, wenn entweder die Tat zu ihren Gunsten begangen worden ist oder wenn durch die Tat Pflichten der juristischen Person verletzt worden sind (§ 3 Abs.1 VbVG).

Literatur: Brandstätter,  Strafbarkeit juristischer Personen ab 1.1.2006, ecolex 2006, 4; Hahnl,  Strafrechtliche Verurteilung und vergaberechtliche Zuverlässigkeit, ecolex 2006, 6; Brandstetter/Hristov,  Die neue Strafbarkeit von Unternehmen im Finanzstrafrecht, ecolex 2006, 9; Kern,  Die wesentlichen Bestimmungen des Verbandsverantwortlichkeitsgesetzes, SWK 2006, 491; Schrottmeyer,  Strafbefreiende Wirkung durch Selbstanzeige auch für Verbände?, SWK 2006, 646; Scheil,  Verbandsverantwortlichkeit der Eigentümergemeinschaft, wobl 2006, 349; Griehser/Likar,  Das Unternehmensstrafrecht in der Praxis mit Hinblick auf das Vergabe- und Arbeitsrecht, RdW 2007/12, 4; Stärker, Zu den Haftungsvoraussetzungen des VerbandsverantwortlichkeitsG!, ecolex 2007, 767; Gröhs, Unternehmenskauf und finanzstrafrechtliche Verbandshaftung, ecolex 2007/794 (Teil I); Zirm/Limberg, Zur Tagessatz-Bemessung im VbVG, ÖJZ 2009, 708; Lachmayer, Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Geldstrafen und Geldbußen bei Körperschaften, RdW 2011/310, 308; Sautner, Grundlagen und Herausforderungen der strafrechtlichen Verantworlichkeit juristischer Personen in Österreich, ÖJZ 2012/58, 546; Ruhri, Unternehmensstrafrecht aus anwaltlicher Sicht, AnwBl 2013, 422.

2. Zivilrechtliche Aspekte: Siehe dazu Schörghofer, Überlegungen zu den Auswirkungen des VbVG auf die Deliktshaftung juristischer Personen, ÖJZ 2011/8, 53.

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