1.2.1.3.Die Sachwalterschaft

Das Sachwalterrechtsänderungsgesetz 2006 (BGBl I 2006/92) hat einige bedeutende Neuerungen eingeführt. So etwa die Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger (§§ 284b - 284e ABGB) und die Vorsorgevollmacht (§§ 284f - 284h ABGB).

  • Das neue Sachwalterrecht im Zusammenhang mit Fragen des Wohnrechts, wobl 2008, 29
  • Sachwalterentlohnung und das Vermögen des Betroffenen, EF-Z 2008/28, 47
  • Der Entgeltanspruch des Sachwalters für Fachleistungen, EF-Z 2008/100, 171

Die Vorsorgevollmacht kann im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert werden. Freilich können nur Geschäftsfähige eine gültige Vollmachtsurkunde ausstellen: OGH 21.02.2008, 6 Ob 9/08d, EF-Z 2008/64, 108.

  • Die Vorsorgevollmacht im Fokus des Bankgeschäfts, ecolex 2006, 821
  • Die Vorsorgevollmacht, AnwBl 2007, 11
  • Schwerpunkte des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes, ÖJZ 2007, 173 und 217
  • Wie errichte ich eine Vorsorgevollmacht?, ÖJZ 2007, 475 (mit Mustertext!)
  • ÖZVV und Vertrauensschutz, ecolex 2007, 492
  • Grundbuchsrechtliche Hürden der Vorsorgevollmacht?, ecolex 2007, 495,
  • Checkliste Vorsorgevollmacht, ecolex 2007, 499

Bloßer Alkoholmißbrauch: OGH 07.10.2011, 5 Ob 178/11d, Zak 2012/13, 13.

Für Querulanten dürfen Sachwalter nur dann bestellt werden, wenn Gefahr besteht, der Querulant könnte sich durch sein Handeln selbst schaden. Der Schutz Dritter vor Belästigung ist kein Grund zur Sachwalterschaft: OGH 30.05.2006, 3 Ob 43/06d, ecolex 2006/382, 895 = RdW 2007/90, 80.

Keine Amthaftung gegenüber Dritten bei Bestellung eines ungeeigneten Sachwalters: OGH 29.11.2007, 1 Ob 97/07g, RdW 2008/276, 329 = JBl 2008, 383.

Siehe dazu Kellner/Barth, Ausgewählte Rechtsfragen zur Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger nach dem SWRÄG 2006, JBl 2007, 690.

Auch für Rechtsgeschäfte im Zustand des lucidum intervallum (kurzzeitige volle Einsichtsfähigkeit) bedarf der Besachwalterte der Zustimmung des Sachwalters: OGH 21.12.2009, 8 Ob 125/09d, EF-Z 2010/49, 79.

Der Beschluß über die Bestellung eines Sachwalters ist schon mit Zustellung wirksam, nicht erst mit Rechtskraft: OGH 13.11.2008, 2 Ob 173/08t, JBl 2009, 320 = EF-Z 2009/100, 151 = iFamZ 2009/157, 212; siehe auch OGH 1 Ob 256/08s, JBl 2009, 594. Der OGH legt besonderen Wert auf das rechtliche Gehör des Betroffenen vor dem Bestellungsbeschluß: OGH 11.02.2009, 7 Ob 278/08w, EvBl 2009/93, 657.

Eine Klage im Namen des Besachwalterten bedarf nur dann der pflegschaftsbehördlichen Bewilligung, wenn sie nicht zur ordentlichen Verwaltung gehört. An den Beschluß des Pflegschaftsgerichtes, es sei keine Bewilligung erforderlich, ist das Prozeßgericht gebunden: OGH 25.11.2008, 1 Ob 211/08y, NZ 2009/63, 215.

Welche Prozeßhandlungen sind genehmigungsbedürftig: OGH 30.08.2016, 4 Ob 158/16p, EF-Z 2016/159, 328 (Rückziehung Verfahrenshilfe-Antrag).

Wirksame Zustellung eines Abgabenbescheides direkt an einen Besachwalterten: VwGH 30.09.2009, 2009/13/0114, ÖStZB 2010/109, 181 = ÖStZ 2010/403, 190.

Haftpflicht des Sachwalters für Frostschäden wegen eingefrorener Wasserleitung: OGH 31.03.2011, 1 Ob 40/11f, Zak 2011/316, 172.

– ( BGBl I 59/2017 ) –

  • Die Anerkennung ausländischer Entscheidungen in Sachwalterschaftssachen, iFamZ 2009, 309
  • Haftungsfragen bei der Vermögensverwaltung für den Besachwalterten, iFamZ 2012, 255
  • Verfahrenssachwalter, einstweiliger und (endgültiger) Sachwalter im Vergleich, ÖJZ 2014/63, 397
  • Das 2. Erwachsenenschutz-Gesetz. Ein Überblick, ÖJZ 2018/66, 485
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