1.3.4.2.Vaterschaft

1. Bestreitung – (§ 158 ABGB) – Zum Beginn der Bestreitungsfrist: OGH 26.07.2012, 8 Ob 120/11x, EF-Z 2012/157, 259.

2. Scheinvaterschaft: Stellt sich nachträglich heraus, daß das Kind einen anderen Vater hat, so kann der Scheinvater vom tatsächlichen Vater (nicht vom Kind!) die Rückzahlung aller für das Kind geleisteten Unterhaltszahlungen verlangen ("Scheinvaterregreß"): OGH 17.04.2013, 4 Ob 46/13p, Zak 2013/358, 197; OGH 23.10.2012, 10 Ob 35/12p, iFamZ 2013/89, 132 (Ermittlung der Höhe). Der Verjährungsfrist beginnt zu laufen, sobald sich der Scheinvater ausreichende Gewißheit verschaffen konnte: OGH 22.04.2009, 3 Ob 38/09y, EF-Z 2009/98, 148 = iFamZ 2009/148, 200; spätestens mit Rechtskraft der Beseitigung seines Vaterschaftsanerkenntnisses: OGH 11.12.2007, 4 Ob 201/07y, EF-Z 2008/58, 99 (Rummel); OGH 24.01.2008, 2 Ob 175/07k, EF-Z 2008/59, 103 (Gitschthaler) = ecolex 2008/176, 522; OGH 03.10.2008, 3 Ob 134/08i, EF-Z 2009/50, 59 = ecolex 2009/33, 127 = JBl 2009, 367.

Die Mutter haftet dem Scheinvater nur dann für den "Unterhaltsschaden", wenn sie das Vaterschaftsanerkenntnis durch bewußt unwahre Angaben herbeigeführt hat: OGH 30.07.2015, 8 Ob 125/14m, Zak 2015/627, 357.

So entstandene Rückzahlungsschulden mindern die Bemessungsgrundlage für die Unterhaltspflichten des tatsächlichen Vaters nicht: OGH 23.10.2007, 3 Ob 154/07d, EF-Z 2008/62, 105.

Literatur dazu: Gitschthaler, Scheinvaterregress - Bereicherung oder Schadenersatz?, EF-Z 2009/94, 129.

3. Vaterschaftsfeststellung: wirkt auf den Zeitpunkt der Geburt zurück. So hat der festgestellte Vater dem Kind auch dann rückwirkend Unterhalt zu leisten, wenn zuvor ein anderer Mann - unzutreffend - seine Vaterschaft anerkannt hatte: OGH 05.06.2008, 6 Ob 65/08i, EvBl 2008/169, 895 = EF-Z 2009/14, 19.

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