1.4.2.2.Judikatur zum Wegerecht

1. Die bloße Duldung des Begehens oder Befahrens ist noch keine schlüssige Einräumung eines Wegerechtes: OGH 30.09.2009, 3 Ob 132/09x, immolex 2010/63, 187.

2. Das Recht, über ein fremdes Grundstück zu fahren, erlaubt auch, Beifahrer mitzunehmen. Einschränkung dieser Regel: Fährt der Berechtigte nur im Interesse des - selbst nicht berechtigten - Beifahrers, so steht dem Grundeigentümer die Negatorienklage gegen den Beifahrer zu: OGH 20.05.2008, 4 Ob 82/08z, EvBl 2008/165, 856.

3. Verbotsschild verhindert nicht immer die Ersitzung des Wegerechts: OGH 30.08.2016, 4 Ob 49/16h, Zak 2016/671, 354 (Fahrverbot auf Gehweg).

4. Negatorienklage gegen Störer des Fruchtgenußrechts. Störungshandlungen sind etwa die Aufstellung von Fahrverbotstafeln am Servitutsweg: OGH 15.11.2012, 1 Ob 185/12f, immolex 2013/49, 154 (Schwerfahrzeuge).

5. Pflichten des Servitutsbelasteten: OGH 08.09.2009, 1 Ob 139/09m, immolex 2010/76, 217.

6. Überschreitung der Servitutsrechte: Befahren des Servitutsweges mit Schwerfahrzeugen: OGH 17.06.2010, 2 Ob 143/09g, EvBl-LS 2010/147, 926 = ZVB 2010/139, 479 = JBl 2010, 785 (Ersatz für Beschädigungen).

Literatur: Pittl, Wegeservituten - Auslegungsfragen in der Praxis, NZ 2013/35, 74

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