1.5.1.7.Die Treuhandschaft

1. Hinterlegung: Bei unklarer Sach- oder Rechtslage steht es im Ermessen des Treuhänders, ob er die Treuhandsumme bei Gericht erlegt oder nicht: OGH 25.11.2008, 1 Ob 89/08g, NZ 2009/64, 216. Zur Schlüssigkeitsprüfung des Gerichtes: OGH 30.08.2011, 8 Ob 31/11h, JBl 2012, 50. Zur Frage, wann ein gerichtlicher Erlag überhaupt schuldbefreiend wirkt: OGH 19.10.2011, 4 Ob 119/11w, ÖBA 2012/1785, 178 (Verfahrensmängel). Gerichtliche Hinterlegung eines Hotels: OGH 27.01.2015, 3 Ob 88/14h, immolex 2015/88, 287.

2. Weisungen: Selbst bei Leistungsstörungen nach Vertragsabschluß darf der Treuhänder einseitige Weisungen einer Vertragspartei nicht befolgen: OGH 14.07.2010, 7 Ob 58/10w, immolex 2011/39, 122 (Lastenfreistellung trotz Verbotes).

Literatur: Weissenbacher, Haftungserklärung des Treuhänders gegenüber der Bank beim drittfinanzierten Liegenschaftskauf, ÖJZ 2010/109, 1033; Rabl, Haftungserklärungen des Notars in Treuhandvereinbarungen, NZ 2015/13, 41.

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