3.8.2.7.3.Kündigungsschutz Schwangerer

(§ 10 MSchG)

1. War die Frau bei Abschluß der Auflösungsvereinbarung bereits unwissend schwanger, so kann sie sich nachträglich auf die Unwirksamkeit dieser Vereinbarung berufen, wenn sie dem Dienstgeber ihre Schwangerschaft sofort nach Kenntnis mitteilt: OGH 23.11.2006, 8 ObA 76/06v, RdW 2007/434, 422; OGH 02.03.2007, 9 ObA 10/06w, RdW 2007/703, 683 = DRdA 2008/34, 368 = Arb 12.685.

2. Kündigungserklärungen, die vor Ablauf des Kündigungsschutzes (§ 15 Abs.4 MSchG) abgegeben werden, sind jedenfalls rechtsunwirksam, gleichgültig, welchen Kündigungstermin sie nennen: OGH 21.05.2007, 8 ObS 15/07z, wbl 2007/244, 543. Bei längerem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes kann der gesetzliche Kündigungsschutz schon während des Karenzurlaubes enden: OGH 23.02.2009, 8 ObA 2/09s, EvBl 2009/86, 600 = iFamZ 2009/187, 281.

3. In-vitro-Fertilisation: Auch hier gilt die allgemeine Regel: Die Frau muß zum Zeitpunkt der Kündigung bereits schwanger sein. Daß der Chef von den "Basteleien" der Dienstnehmerin erfährt und sie deshalb vorsorglich kündigt, hilft ihr nicht: OGH 16.06.2008, 8 ObA 27/08s, ZAS 2009/51, 329 = DRdA 2010/5, 53.

Siehe auch EuGH 26.02.2008, C-506/06 (Mayr), RdW 2008/618, 666 = DRdA 2008, 466; OGH 16.06.2008, 8 ObA 27/08s, EvBl 2008/175.

4. Zum Recht der Mutter auf Rückkehr auf den bisherigen Arbeitsplatz: OGH 25.06.2014, 9 ObA 50/14, ARD 6412/6/2014 = ZAS 2015/7, 41 (Keine Zustimmung zur Kündigung).

5. Literatur allgemein: Hutter, Checkliste: Beschäftigungsverbote für werdende Mütter vor der Geburt, ecolex 2009, 518; Hutter, Checkliste: Beschäftigungsverbote für Mütter nach der Geburt, ecolex 2009, 621; Hutter, Checkliste: Der besondere Bestandschutz bei Schwanger- und Elternschaft, ecolex 2009, 706.

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