1.6.22.1.Kausalität

Solidarhaftung mehrerer Werkunternehmer bei kumulativer Kausalität: OGH 27.03.2013, 7 Ob 24/13z, bauaktuell 2013/8, 144 (Errichtung Einfamilienhaus).

Haftung nur für die Zeitverkürzung; Brückeneinsturz: OGH 13.05.2015, 2 Ob 88/14a, ecolex 2015/314, 761.

Ein adäquater Kausalzusammenhang (Adäquität) liegt auch dann vor, wenn eine weitere Ursache für den entstandenen Schaden hinzu getreten ist und nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge dieses Hinzutreten als wahrscheinlich zu erwarten ist, jedenfalls aber nicht außerhalb der menschlichen Erwartung liegt; es kommt nur darauf an, ob nach den allgemeinen Kenntnissen und Erfahrungen das Hinzutreten der weiteren Ursache, wenn auch nicht gerade normal, so doch wenigstens nicht gerade außergewöhnlich ist. Es genügt, dass die generelle Eignung zur Schadensherbeiführung von jedem vernünftigen Menschen erkannt werden konnte, wenn auch die Einzelfolge gerade nicht erkennbar war. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist objektiv und nicht danach zu beurteilen, was dem Schädiger subjektiv voraussehbar war. Werden bei der Heilbehandlung des vom Ersttäter Verletzten durch einen ärztlichen Kunstfehler die Folgen vergrößert, so haftet grundsätzlich der Ersttäter, der dieses Risiko heraufbeschworen hat, auch weiterhin neben dem Arzt für die Folgen. Selbst ein gravierender Fehler bei der Heilbehandlung einer Verletzten nicht als gänzlich außerhalb der menschlichen Erfahrung liegend angesehen werden: OGH 25.10.2018, 6 Ob 182/18k, Zak 2019/100, 58 (Hunde-Attacke) .

  • Teilhaftung bei alternativer Kausalität mit Zufall, JBl 2011, 277
1313