7.2.3.7.Fahrtkosten und Steuern

1. Fahrtkosten sind stets nur in der tatsächlich angefallenen Höhe als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu berücksichtigen. Der Abgabenpflichtige hat kein Wahlrecht zwischen tatsächlichen Kosten und Kilometergeld: VwGH 17.12.2002, 2002/14/0081, ÖStZB 2003/216, 186.

2. Kilometergeld: Das amtliche Kilometergeld für PKW und Kombi betrug seit 28.10.2005 37,6 Cent. Die Finanzverwaltung akzeptierte das Aufrunden auf 38 Cent (BGBl I 2005/115, abgedruckt in RdW 2005/741, 657). Seit 01.07.2008 beträgt das Kilometergeld nunmehr 42 Cent. Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2002 anerkennt die Finanzverwaltung nun auch Kilometergeld für fremde Kfz. (SWK 2002, 11; Petschnigg, RdW 2002/111).

Betriebliche Fahrtkosten sind in ihrer tatsächlichen Höhe anzusetzen. Das amtliche Kilometergeld dient nur der Schätzung und steht dort zu, wo keine bessere Methode zur Ermittlung der tatsächlichen Fahrtkosten zur Verfügung steht: VwGH 27.08.2008, 2008/15/0196, ÖStZB 2009/155, 142; VwGH 28.10.2010, 2007/15/0040, ÖStZB 2011/166, 272. Aufgrund des hohen Fixkostenanteiles entwickeln sich bei höheren Kilometerleistungen die tatsächlichen Kosten für Fahrten mit dem PKW degressiv. Bei einer jährlichen Fahrleistung über 30.000 km ist daher der Ansatz des amtlichen Kilometergeldes überhöht. So gilt bei einer Fahrleistung von 55.723 km ein Kilometergeld von ATS 3,-- als angemessen: VwGH 08.10.1998, 97/15/0073; ÖStZB 1999, 311.

Siehe dazu auch: VwGH 30.11.1999, 97/14/0174; ÖStZB 2000/153; VwGH 2001/13/0088, ecolex 2005/383, 800; VwGH 19.05.2005, 2001/15/0088, ÖStZB 2005/576, 676 (ATS 1,72 bei 183.000 km); VwGH 21.09.2005, 2001/13/0227, ÖStZB 2006/240, 308.

Kein Kilometergeld für Fahrräder: VwGH 20.02.2008, 2005/15/0074, RdW 2008/324, 372 = ÖStZB 2008/333, 431.

3. Unselbständig Erwerbstätigen ist die steuerliche Geltendmachung ihrer Kosten für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beschränkt: Ihnen stehen zwei Pauschalbeträge zu, der Verkehrsabsetzbetrag und das Pendlerpauschale. Sie können auch dann keine höheren Beträge absetzen, wenn sie tatsächlich höhere Kosten nachweisen können als im Pauschale enthalten sind: VwGH 05.06.2003, 2002/15/0194, ÖStZB 2003/581, 549. Gegen diese Regel bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken: VfGH 09.10.2002, B 1615/01.

Der Verkehrsabsetzbetrag gilt auch allfällige Kosten ab für Fahrten mit dem Fahrrad zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: VwGH 20.02.2008, 2005/15/0135, 2007/15/0183, ÖStZB 2008/538, 691.

Literatur: Hofbauer/Kernbichler/Ninaus, Die Reisekostennovelle 2007, ÖStZ 2007/1018, 505.

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