1.6.8.Positiver Schaden - entgangener Gewinn

1. Ausführlich zur Abgrenzung: OGH 14.08.2008, 2 Ob 191/07p, ZVR 2010/9, 26 (verletzter Kunstmaler).

2. Verdienstentgang: "Nach allgemein schadenersatzrechtlicher Judikatur ist der entgangene Verdienst in der Weise zu berechnen, dass der vom Verletzten für den gesamten in Betracht kommenden Zeitraum erzielte tatsächliche Verdienst zuzüglich der allenfalls zur Auszahlung gelangenden Sozialversicherungsrente von jenem Betrag abgezogen wird, den der Verletzte ohne die Körperverletzung erzielt hätte. Eine Aufspaltung des Verdienstentgangs nach Zeiträumen ist demnach nicht zulässig. Es kann daher nicht schon deshalb ein Ersatz begehrt werden, weil in einem vom Verletzten willkürlich herausgegriffenen Zeitraum der tatsächliche Verdienst geringer war als jener, den er ohne den Unfall erzielt hätte, wenn für den gesamten Zeitraum keine solche Differenz besteht: OGH 23.4.2015, 2 Ob 235/14v"

3. Abstrakte Rente dient dem Ausgleich wahrscheinlicher erhöhter Anstrengungen zum Erhalt des Arbeitsplatzes nach dem schädigenden Ereignis. Sie steht erst ab Schluß der mündlichen Verhandlung in erster Instanz zu. Maßgeblich sind die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt. Keine abstrakte Rente, wenn der Geschädigte zu diesem Zeitpunkt bereits einen konkreten Verdienstentgang erleidet: OGH 12.11.2009, 2 Ob 176/09k Zak 2010/86, 58 = ecolex 2010/81, 247 = EvBl 2010/53, 366 = ZVR 2011/36, 61 (selbständig Erwerbstätiger). Abstrakte Rente für Arbeitslosen: OGH 29.04.2009, 2 Ob 234/08p, ZVR 2010/46, 103. Hausfrauenrente auch ohne Minderung der Erwerbsfähigkeit bei bloßem zeitlichem Mehraufwand: OGH 14.07.2010, 7 Ob 14/10z, EvBl-LS 2010/167, 1025 = ecolex 2011/8, 34 = ZVR 2011/145, 256 (ärztl. Kunstfehler). Die Abstrakte Rente unterliegt der Einkommensteuer: VwGH 17.11.2010, 2007/13/0066, RdW 2011/109, 109.

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