1.3.5.3.Unterhalt des Ehegatten

Allgemeine Fragen zum Unterhaltsrecht, insbesondere auch zur Unterhaltsbemessung, finden Sie im Artikel ▸ Unterhalt allgemein. Hier geht es um Spezialfragen des Unterhaltes von Ehegatten und Geschiedenen.

Nach seinem (berechtigten) Auszug aus der Ehewohnung steht dem Gläubiger nur mehr Geldunterhalt zu: OGH 02.04.2009, 8 Ob 24/09a, iFamZ 2009/169, 242. Überlassung des Miteigentumsanteiles der Ehewohnung als Naturalunterhalt: OGH 22.11.2017, 3 Ob 164/17i, Zak 2018/76, 53 (Halber Mietwert)

– ( § 94 ABGB ) – Dazu, wie lange ein Ehegatte den gemeinsamen Haushalt führen muß, um Unterhaltsansprüche nach § 94 Abs 2 ABGB zu erwerben: OGH 27.03.2012, 4 Ob 17/12x, JBl 2012, 514.

– ( §§ 67 Abs 1, 68, 69 Abs 3, 69a Abs 2 EheG ) – Zu den Höchstgrenzen: OGH 24.02.2011, 6 Ob 242/10x, EF-Z 2011/66, 105; OGH 15.02.2011, 4 Ob 203/10x, EF-Z 2011/67, 106.

  • Der Billigkeitsbegriff im nachehelichen Un­ter­halts­recht, JBl 2008, 545

Zur Unterhaltspflicht nach Scheidung nach § 68a EheG (Billigkeitsunterhalt): Anspruchsvoraussetzungen: OGH 21.04.2004, 7 Ob 2/04a, EvBl 2004/188 = ecolex 2005/41, 113; Klage nach dem 31.12.1999 eingebracht: OGH 30.06.2004, 7 Ob 158/04t, ecolex 2005/10, 40; Bemessung: Der Billigkeitsunterhalt orientiert sich in der Regel am Ausgleichsgrundlagen-Richtsatz: OGH 25.03.2014, 10 Ob 16/14x, iFamZ 2014/110, 133. Details: OGH 31.05.2006, 7 Ob 84/06p, ecolex 2006/349, 827; OGH 13.12.2005, 1 Ob 200/05a, JBl 2006, 718 (Lebensstandard muß nicht erhalten bleiben); OGH 15.12.2009, 9 Ob 87/09y, iFamZ 2010/125, 160 (auch bei gehobenen Lebensverhältnissen nach dem Bedarf des Unterhaltsberechtigen zu bemessen); Berechnung: OGH 21.01.2003, 4 Ob 278/02i, ecolex 2003/170, 411 = EvBl 2003/88 = JBl 2003, 526 und OGH 25.03.2004, 3 Ob 246/03b, ecolex 2004/327, 706; OGH 05.06.2008, 6 Ob 108/08p, EF-Z 2008/139, 226; OGH 15.12.2009, 9 Ob 87/09y, Zak 2010/144, 94.

  • Der verschuldensunabhängige Anspruch nach § 68a EheG, JBl 2004, 223
  • Zur Höhe des nachehelichen Unterhalts in §§ 68, 69 Abs.3 und 69a Abs.2 EheG, EF-Z 2009/134, 204
  • Zum Ehegattenunterhalt zwischen Rechtskraft des Schei­dungs­aus­spru­ches und Rechtskraft der Verschuldensentscheidung, iFamZ 2009, 354

– (§§ 68a Abs 3, 74 EheG) – bei groben Eheverfehlungen: OGH 25.03.2003, 1 Ob 171/02g, EvBl 2003/114 = ecolex 2003/245, 592 = JBl 2004, 45 (Kerschner); OGH 17.10.2013, 1 Ob 180/13x, Zak 2013/723, 398 (obszöne Beschimpfungen); bei Ehebruch: OGH 30.06.2004, 7 Ob 158/04t, ecolex 2005/10, 40 = JBl 2005, 42; Ehebruch muß zur Ehezerrüttung zumindest beigetragen haben, daher keine Unterhaltsverwirkung, wenn die Ehe erst nach Zerrüttung gebrochen wird: OGH 07.02.2007, 2 Ob 193/06f, EF-Z 2007/65, 104 = JBl 2007, 579. Weniger streng: OGH 05.06.2008, 6 Ob 108/08p, EF-Z 2008/139, 226. Verwirkung des Ehegattenunterhaltes wegen übertriebener Anschuldigungen in einem Strafverfahren: OGH 22.02.2012, 3 Ob 192/11y, Zak 2012/254, 132.

Der einmal verwirkte Unterhaltsanspruch lebt nicht mehr auf: OGH 07.03.2013, 1 Ob 253/12f, Zak 2013/283, 158.

Keine Unterhaltsverwirkung durch flüchtige sexuelle Beziehung des bereits getrennt lebenden Ehegatten ("One-Night-Stand"): OGH 24.08.2010, 2 Ob 141/10i, EF-Z 2010/159, 237 = iFamZ 2010/242, 336 = Zak 2010/710, 411 = EvBl-LS 2011/9, 82 = JBl 2011, 26 (Wegweisung gilt als grundloser Auszug).

Zum Unterhaltsanspruch des schlechter verdienenden Ehegatten: Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs, dass bei beiderseitigen Einkünften dem weniger verdienenden Ehegatten 40 % des Familieneinkommens abzüglich seines Eigeneinkommens zustehen. Dies gilt grundsätzlich auch bei überdurchschnittlich hohem Einkommen des besser verdienenden Ehegatten. Diese Grundsätze gelten auch für Ehegatten, die Pensionseinkünfte erzielen: OGH 28.06.2016, 8 Ob 49/16p, iFamZ 2016/196, 323 = EvBl 2017/8, 70.

Zur Anspannung einer Hausfrau nach der Scheidung: OGH 25.03.2014, 10 Ob 7/14y, EF-Z 2014/110, 175. Insolvenz des Unterhaltspflichtigen mindert dessen Unterhaltspflicht grundsätzlich nicht: OGH 11.12.2013, 7 Ob 100/13a, ZIK 2014/142, 102. Bemessung bei exorbitanten Einkommensunterschieden der Ehegatten: OGH 30.07.2009, 8 Ob 38/09k, EF-Z 2009/140, 220 (40%-Regel gilt nicht). Im Scheidungsunterhaltsrecht gibt es keine Luxusgrenze (Unterhaltsstopp). Der Geschiedene nimmt auch nach der Scheidung am wirtschaftlichen Aufstieg des Ex-Partners teil: OGH 30.07.2009, 8 Ob 38/09k, iFamZ 2009/247, 358 = Zak 2009/596, 374; OGH 29.05.2013, 9 Ob 14/13v, Zak 2013/460, 257; OGH 03.07.2013, 7 Ob 80/13k, Zak 2013/531, 296 (überdurchschnittliches Einkommen beider Teile). Auch nach der Scheidung kann die Geburt eines Kindes den Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten erhöhen: OGH 25.11.2009, 3 Ob 134/09s, Zak 2010/73, 53 = EF-Z 2010/46, 79 = iFamZ 2010/76, 109 = EvBl-LS 2010/57, 375 = ecolex 2010/150, 448 = JBl 2010, 294. Kritisch dazu Hoyer, Betreuung eines Kindes aus einer Beziehung mit einem anderen Mann und Unterhaltsanspruch, EF-Z 2010/125, 187.

Literatur dazu: Schwarz, Zum Ehegattenunterhalt infolge des Geburt eines nachehelichen Kindes, ÖJZ 2010/57, 499.

Zahlt der Ehemann die Ausstattung an die Tochter (§ 1220 ABGB), so mindert das den Unterhaltsanspruch der Ehegattin: OGH 13.06.2005, 10 Ob 92/04h, EvBl 2005/182. Die Ausgleichszulage hat "subsidiären, sozialhilfeartigen Charakter" und ist deshalb auf den Unterhaltsanspruch nicht anzurechnen: OGH 03.10.2008, 3 Ob 160/08p, EF-Z 2009/13, 19 = EvBl-LS 2009/49, 328 = JBl 2009, 238.

Während dessen Lebensgemeinschaft ruht der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten: OGH 18.04.2012, 3 Ob 237/11s, Zak 2012/337, 172; auch dann, wenn der Lebensgefährte keinen Unterhalt leistet: OGH 21.05.2014, 3 Ob 31/14a, EF-Z 2014/135, 221.

Bei Eingehen einer Lebensgemeinschaft trifft den unterhaltsberechtigten Geschiedenen die Offenlegungspflicht: OGH 19.02.2014, 3 Ob 227/13y, EF-Z 2014/108, 173 (Detektivkosten). Sittenwidrig ist das Unterhaltsbegehren des geschiedenen Ehegatten, der in einer homosexuellen Lebensgemeinschaft lebt: OGH 16.03.2007, 6 Ob 28/07x, EvBl 2007/110, 607 (Deixler-Hübner) = JBl 2007, 516 = EF-Z 2007/130, 224 (Ruhen des Unterhaltsanspruches).

  • Zum Ruhen des Unterhaltsanspruchs bei Eingehen einer Lebensgemeinschaft, EF-Z 2007/126, 209 (Teil I), EF-Z 2008/4, 13 (Teil II)

: Ein Ehegatte, der während aufrechter Ehe mit einem Dritten die Lebensgemeinschaft eingeht, behält seinen vollen Unterhaltsanspruch: OGH 24.04.2014, 1 Ob 56/14p.

: Nach Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes: OGH 27.08.2013, 4 Ob 84/13a, EF-Z 2014/48, 78 (Abfindung gezahlt).

Haben Ehegatten im Scheidungsvergleich für die Zeit nach der Scheidung wechselseitig auf jeden Unterhalt verzichtet, auch für den Fall geänderter Verhältnisse und für den Fall der Not, so ist dieser Unterhaltsverzicht dann nicht wirksam, wenn ein Ehegatte später in eine existenzbedrohende Notlage gerät und der andere in der Lage wäre, Unterhalt zu leisten. Der OGH hält das Beharren des zahlungsunwilligen Ehegatten auf dem Unterhaltsverzicht für sittenwidrig: 24.11.1999, 3 Ob 229/98t, JBl 2000, 513.

Siehe auch: OGH 26.02.2001, 3 Ob 133/00f, JBl 2001, 513 (keine Sittenwidrigkeit); OGH 16.10.2009, 6 Ob 212/08g, iFamZ 2010/70, 107 (sittenwidriges Beharren auf dem Unterhaltsverzicht); Geschiedener kann wirksam jedenfalls soweit auf Unterhalt verzichten, als er aus Eigenem den notwendigen Unterhalt bestreiten kann: OGH 23.10.2002, 3 Ob 74/02g, EvBl 2003/37 = JBl 2003, 322.

Wohnkosten werden dem unterhaltsberechtigten Ehegatten nur in besonderen Ausnahmefällen zusätzlich zum Unterhalt gewährt: OGH 04.09.2007, 4 Ob 55/07b, JBl 2008, 171.

13. Ansprüche aus § 97 ABGB: Zur Bemessungsgrundlage: OGH 24.11.2011, 6 Ob 84/11p, EF-Z 2012/71, 117 (Wohnungserhaltungsanspruch).

Herabsetzung des Unterhaltsexistenzminimums nach § 292b EO, wenn Unterhaltspflichtiger mit Lebensgefährten oder Ehegatten zusammenlebt: OGH 31.08.2006, 6 Ob 184/06m, JBl 2007, 449.

Die Erben haften auch dann nur bis zu Höhe des Reinnachlasses, wenn sie das Erbe unbedingt angenommen haben. Auch zur Ermittlung der Höhe: OGH 27.05.2008, 8 Ob 38/08h, EvBl 2008/163, 853.

Anders als beim Kindesunterhalt steht dem Ehegatten kein rückwirkender Unterhalt zu. Eine Unterhaltserhöhung wirkt daher erst ab Klage: OGH 08.05.2008, 6 Ob 83/08m, EvBl 2008/178, 956.

Zum Rechnungslegungsanspruch des unterhaltsberechtigten Ehegatten: OGH 07.05.2013, 2 Ob 261/12i, Zak 2013/396, 218 (Stufenklage).

  • Kumulierung von Scheidungs- und Un­ter­halts­be­geh­ren, EF-Z 2013/130, 202

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