2.6.1.6.Wohnungseigentumsgesetz 2002

Mit Wirkung ab 1. Juli 2002 wird das Wohnungseigentumsgesetz 1975 durch das neue Wohnungseigentumsgesetz 2002 (BGBl I 70/2002) abgelöst. In wichtigen Teilen wird das Wohnungseigentumsrecht damit völlig neu geregelt. Die wichtigsten Punkte:

  • Gemeinsamer Erwerb eines Mindestanteiles durch eine Eigentümerpartnerschaft möglich;
  • Wohnungseigentum auch auf Kfz-Abstellplätzen möglich;
  • Eigentümergemeinschaft statt der bisherigen Wohnungseigentümergemeinschaft;
  • Höherer bürokratischer Aufwand für den Hausverwalter;
  • Begründung von Wohnungseigentum nun auch durch den Alleineigentümer durch WE-Statut möglich;

Parallel dazu eröffnet eine Novellierung des § 828 ABGB (Wohnungseigentumsbegleitgesetz BGBl I 71/2002) nun auch die Möglichkeit, durch schlichte Benützungsvereinbarung und ihre Verbücherung eine ähnliche Rechtsstellung wie ein Wohnungseigentümer - mit bedeutend geringerem bürokratischem Aufwand - zu erlangen: Mit der Verbücherung erlangen solche Benützungsvereinbarungen nunmehr auch Drittwirkung.

Literatur dazu: Stabentheiner, Entstehungsgeschichte und innovatorischer Gehalt des WEG 2002, wobl 2002, 101; Call, Zur Begründung und zum Erwerb von Wohnungseigentum, wobl 2002, 110; Würth, Sonderprobleme der WE-Begründung: Kfz-Abstellplätze, Vorratsteilung, obligatorische Begründung, wobl 2002, 118; Vonkilch, Wirkung der WE-Begründung auf ein bestehendes Mietverhältnis (§ 4 WEG 2002), wobl 2002,123; Markl, Die Eigentümerpartnerschaft, wobl 2002, 129; Schauer, Die Eigentümergemeinschaft, wobl 2002, 135; Kletecka, Die Beschlußfassung nach dem WEG 2002, wobl 2002, 143; Pittl, Der Schutz des WE-Bewerbers, wobl 2002, 149; Schernthanner, Die Übergangsbestimmungen im WEG 2002, wobl 2002, 154; Derbolav, Zur Problematik der Klage auf Teilung in Wohnungseigentum, wobl 2002, 160; Prader, WEG 2002 - ein erster Überblick, RdW 2002, 261; Hanel, Nutzung der einzelnen Wohnungseigentumsobjekte sowie der allgemeinen Teile der Liegenschaft und die gemeinschaftliche Verwaltung der Liegenschaft im WEG 2002, wobl 2002, 165; Auer, Wohnungseigentumsgesetz 2002, AnwBl 2002, 358; Friedl/Wilhelm, Die Wohnungseigentums-Reform 2002, ecolex 2002, 498; Call, WEG 2002 - drei Fragen zum Übergangsrecht, wobl 2002, 253; Hanel, Aufteilung der Aufwendungen und Verteilung der Erträgnisse sowie die Abrechnung im WEG 2002, wobl 2002, 257; Call/Hanel, Eigenkonto der Eigentümergemeinschaft oder Treuhand(Ander-)konto des Wohnungseigentums-Verwalters nach dem WEG 2002, wobl 2002, 285; Vonkilch, Ausgewählte Übergangsfragen zum WEG 2002, wobl 2002, 289; Prader, "Festlegungen" des Alleineigentümers und vorläufiges Wohnungseigentum, RdW 2002/635; Friedl, Exszindierungsrecht des Wohnungseigentumsbewerbers, ecolex 2003, 220; Wehrberger, Forderungspfändung, Fristbeginn und Sachhaftung bei § 27 WEG 2002, ecolex 2003, 225; Call, Ordentliche und außerordentliche Verwaltung im Wohnungseigentum, wobl 2003, 201; Vonkilch, Sanierungsbedarf beim WEG 2002, wobl 2004, 87; Markl, Zur "Vereinbarung" zwischen Eigentümerpartnern gemäß § 14 Abs.4 WEG 2002, wobl 2004, 202.

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