1.11.7.2.Rechtsstellung des Immobilienmaklers

1. Oberster Grundsatz des Maklerrechts ist die Abschlußfreiheit des Auftraggebers: OGH 25.03.2009, 3 Ob 22/09w, immolex 2009/132, 352 (Bindung an Quadratmeterpreis).

2. Aufklärungspflicht: Allgemein: OGH 22.05.2014, 1 Ob 28/14w, ecolex 2014/398, 952. Der Immobilienmakler muß seinen Kunden, wenn dieser Verbraucher ist, darüber aufklären, ob das vermittelte Objekt die erforderlichen Bau- und Benützungsbewilligungen hat: OGH 28.05.2002, 4 Ob 8/02h, EvBl 2002/168 = RdW 2003/15, 16. Tut er das nicht, so haftet er für den Schaden.

Zur Aufklärungspflicht über den Verkehrswert der Wohnung: OGH 18.01.2011, 4 Ob 186/10x, immolex 2011/52, 155 = RdW 2011/345, 341 (Preis über dem Verkehrswert).

Zu den Pflichten des Doppelmaklers: OGH 18.01.2011, 4 Ob 186/10x, ecolex 2011/124, 311 (keine zusätzlichen Nachforschungspflichten).

3. Der Makler muß alle Informationen an den Kunden weitergeben, die er selbst über das Objekt hat. Zur Nachforschung über den Wahrheitsgehalt schlüssiger Informationen ist er nicht verpflichtet: OGH 18.06.2013, 4 Ob 88/13i, wobl 2013/92, 243 = immolex 2014/27, 93 (unschlüssiges SV-Gutachten). Freilich darf er dann nicht den unrichtigen Eindruck erwecken, er habe die Informationen nachgeprüft: OGH 30.03.2009, 7 Ob 27/09k, ecolex 2009/368, 950 = immolex 2009/131, 351 = wobl 2010/85, 180.

4. Der Makler ist nicht Empfangsbote des Käufers für Annahmeerklärungen des Verkäufers: OGH 25.06.2014, 2 Ob 131/13y, EvBl 2015/10, 75 (befristetes Kaufanbot).

Literatur: Limberg, Immobilienmakler im Interessenkonflikt, ecolex 2011, 287.

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