1.6.12.Aufwendungen für Verletzte

1. Unterhaltspflichtige Eltern haben einen direkten Schadenersatzanspruch gegen den Schädiger des Kindes. Die Höhe des Schadenersatzanspruches richtet sich nach dem objektiven Wert der Leistungen. Ob die Eltern die Hilfe selbst leisten oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, ist unerheblich: OGH 29.03.2004, 5 Ob 38/04f, ecolex 2004/317, 701.

Ähnlich: OGH 05.04.2005, 4 Ob 15/05t, ecolex 2005/273, 612 (Pflegeaufwand des gesetzlichen Unterhaltsschuldners); OGH 27.04.2006, 2 Ob 176/05d, EF-Z 2006/31, 56.

Der Unterhaltspflichtige hat die Wahl, ob er seine Ansprüche auf Schadenersatz oder auf Aufwandersatz (§ 1042 ABGB) stützt. Die Verjährungsfrist ist in beiden Fällen drei Jahre: OGH 05.04.2005, 4 Ob 15/05t, RdW 2005/614, 541 = EvBl 2005/159, 759 = JBl 2005, 654 = EF-Z 2006/9, 19.

Literatur: Perner/Spitzer, Unterhaltserhöhung nach Körperverletzung und Regreß, EF-Z 2006, 36; Huber, Das Ausmaß des Schadenersatzanspruchs bei Pflege durch Angehörige rund um die Uhr, ÖJZ 2007/53, 625; Rummel, Altes und Neues zu § 1042 ABGB, JBl 2008, 432.

2. Zu den Heilungskosten gehören auch die Aufwendungen der im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen, um den Verletzten im Spital zu besuchen: OGH 11.11.2004, 8 ObA 107/04z, ecolex 2005/109, 236 = wbl 2005/98, 185 = EvBl 2005/88, 390. So auch Telefonate des Verletzten mit nahen Angehörigen, nicht aber mit Freunden: OGH 20.06.2002, 2 Ob 103/01p, EvBl 2002/190. Zur Frage, wann die Kosten (teurer) Außenseiter-Heilmethoden zu ersetzen sind: OGH 19.05.2009, 3 Ob 283/08a, ZVR 2010/45, 100 (Delfintherapie nach Arztfehler); OGH 10.11.2009, 10 ObS 86/09h, RdW 2010/181, 167 = ARD 6032/14/2010 (Sozialversicherung Leistungspflicht).

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