7.2.3.16.Betrieblich genutzte Arbeitszimmer

(§ 20 Abs.1 Z.2 lit.d EStG)

Bis zum Strukturanpassungsgesetz 1996 («Sparpaket 1») konnten alle Kosten für Arbeitszimmer im Wohnungsverband steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie ausschließlich beruflich genutzt wurden. Dieses Gesetz fügte dann eine Einschränkung hinzu, wonach Kosten nur für solche Arbeitszimmer geltend gemacht werden können, die den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen bilden.

Der VwGH (24.09.2002, 98/14/0198, ÖStZB 2003/63, 77 = ecolex 2003/93, 200) erkannte diese Einschränkung nun im Bereich der Umsatzsteuer als europarechtswidrig, weil der Gesetzgeber den Mehrwertsteuerausschuß nicht konsultiert und damit gegen die 6. MWSt-Richtlinie verstoßen hatte. Es ist daher die Rechtslage vor dem StruktAnpG 1996 anzuwenden.

Ob das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, ist nach dem typischen Berufsbild der Tätigkeit zu beantworten: VwGH 24.10.2005, 2001/13/0272, ÖStZB 2006/37, 51. Die Behörde hat Feststellungen über das Arbeitszimmer und die Berufstätigkeit des Abgabepflichtigen zu treffen: VwGH 25.10.2006, 2004/15/0077, ÖStZB 2007/288, 390.

Literatur zum Arbeitszimmer: Biach, Das Arbeitszimmer im Wohnungsverband, SWK 2003, 1103; Renner, Arbrenzung zwischen Arbeitszimmer im Wohnungsverband und auf andere Weise beruflich genutzten Räumen, ÖStZ 2009/743, 375.

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