Erfolgsoptimierung von Gerichtsprozessen

Was einen hervorragenden Billardspieler von einem durchschnittlichen unterscheidet, ist vor allem die Sorgfalt, mit der er den Queue ansetzt und die Spielkugel anstößt. Über die Bewegungen der Objektkugeln selbst hat der Spieler keine Kontrolle.

Dieses Prinzip des ersten Anstoßes gilt auch für den Rechtsanwalt: Die entscheidende Arbeit zur Erfolgsoptimierung eines Gerichtsprozesses muß vor der ersten Prozeßhandlung abgeschlossen sein. Ist etwa die Klage gut vorbereitet und kunstgerecht verfaßt, so entsteht daraus eine Dynamik, die den Kläger auf seinem Weg zum Erfolg unterstützt. Was für die Klage gilt, gilt gleichermaßen für jede erste Pro­zeß­hand­lung einer Partei. Die für diese Arbeit erforderlichen strategischen Kompetenzen erwirbt der Rechtsanwalt einerseits in seiner juristischen Berufs­aus­bil­dung und andererseits in langjähriger Konflikterfahrung.

Der zweitwichtigste Anteil am Prozeßerfolg fällt auf ein gesammeltes und selbstbewußtes Auftreten des Mandanten vor Gericht. Richtern ist es besonders wichtig, unabhängig vom professionellen Agieren der Anwälte auch einen persönlichen Eindruck von den Parteien selbst zu gewinnen. Demnach gilt das Prinzip des ersten Anstoßes auch für den Mandanten: Wer schon beim ersten Kontakt mit dem Richter genau weiß, was er warum will, und das mit klaren Worten ausdrücken kann, hat einen klaren Fokus auf sein Prozeßziel. Gut strukturierte Menschen sind Richtern sympathisch, weil sie ihnen helfen, Zeit zu sparen. Eine besonders wichtige — in der Praxis hingegen zumeist unterschätzte — Aufgabe des Rechts­an­wal­tes ist es deshalb, den Fokus des Mandanten auf das konkrete Prozeßziel zu entwickeln und zu optimieren.

Der drittwichtigste Anteil am Prozeßerfolg entfällt auf Prozeßerfahrung, taktisches Geschick und Durchsetzungskraft des Rechtsanwaltes. Diese Stärken kann er dann besonders wirkungsvoll einsetzen, wenn er zuvor die beiden anderen Voraussetzungen geschaffen hat.