Konflikte im Wohnungseigentum

Das Wohnungseigentum unterscheidet sich wesentlich vom Eigentum an einem einsamen Blockhaus im Wald. So ist wichtig, daß die Substanz des Hauses allen Miteigentümern gemeinsam gehört und von allen gemeinsam verwaltet wird. In diesem Sinne bilden die Miteigentümer eine Gesellschaft, die ihre Verwaltungsentscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip trifft. Es kommt deshalb regelmäßig vor, daß einzelne Wohnungseigentümer für Maßnahmen mitzahlen müssen, die sie selbst gar nicht wollen.

Um zu verhindern, daß sich bei solchen Verwaltungsentscheidungen die Mehrheit auf Kosten der Minderheit einseitige Vorteile verschafft, sieht das Gesetz zahlreiche Antragsmöglichkeiten beim zuständigen Gericht vor.

Veränderungen am Wohnungseigentum oder an dessen Nutzung bedürfen oft der Zustimmung durch die Gemeinschaft. Diese Zu­stim­mung wird bisweilen auch in solchen Fällen verweigert, in denen der Gemeinschaft gar kein Nachteil droht. Auch hiefür sieht das Gesetz Antragsmöglichkeiten an das Gericht vor.

Individuelle Konflikte zwischen zwei Wohnungseigentümern sind meist von der Natur der ▸ Nachbarschaftskonflikte.

Gar nicht selten gibt es auch Konflikte einzelner Wohnungseigentümer mit der Hausverwaltung, weil diese sich weigert, wesentliche Interessen einzelner Wohnungseigentümer zu berücksichtigen, oder sogar gegen solche Interessen handelt. Diese Konflikte müssen mit großer Umsicht ausgetragen werden, weil rechthaberische oder des­inter­es­sierte Haus­ver­wal­tun­gen bei der Wahrung ihrer Vorteile in der Regel sehr routi­niert vorgehen und ihre strategischen Vorteile geschickt ausspielen. Ein Rechtsanwalt, der ausreichende Konflikterfahrung mit Haus­ver­wal­tun­gen hat, kann so manche schwelende Angelegenheit beschleunigen und effizient lösen.