Konflikte mit Abgabenbehörden...

...beginnen oft damit, daß der Betroffene gar nicht versteht, was über­haupt das Finanzamt von ihm warum will. Und erstaunlicherweise ist genau das für die meisten Betroffenen ausreichender Grund, das An­lie­gen des Finanzamtes nicht ernst zu nehmen, sondern darauf zu ver­trau­en, daß sich die vermeintlich absurde Angelegenheit rechtzeitig irgendwie aufklären werde.

Und damit verlieren sie wertvolle Zeit — und bald darauf mög­li­cher­wei­se sehr viel Geld.

Vielen Finanzbeamten ist eine solche Haltung des Abgabenpflichtigen nicht unrecht, weil sie ihr Vorhaben auf diese Weise ohne nen­nens­wer­ten Widerstand zu Ende bringen können: Wer gar nicht klar weiß, was vor sich geht, wird kaum eine wirksame Gegenstrategie entwickeln können. Also wird die Behörde nur selten besonderes Engagement zeigen, den Abgabenpflichtigen aus seinen Irrtümern zu helfen.

Die Eingaben solcher Betroffener beschränken sich meist auf halb­her­zi­ge, gelegentlich auch zynische, Einwendungen, die — mangels aus­rei­chen­der Information des Betroffenen — den Kern gar nicht treffen können. Solche Einwendungen sind dem Vorhaben des Finanzamtes kaum gefährlich.

Der Angelpunkt, um den sich alles dreht, ist die sogenannte ab­ga­ben­recht­li­che Mitwirkungspflicht des Abgabenpflichtigen: Wer gegen den Willen des Finanzamtes ein günstiges steuerliches Ergebnis durchsetzen will, der muß das Finanzamt von sich aus mit allen Informationen versorgen, aus denen sich das angestrebte günstige Ergebnis rechtlich ableiten läßt. Solange keine rechtsrelevanten Informationen vor­ge­bracht werden, kann sich der Finanzbeamte entspannt zurücklehnen.

Dieser Angelpunkt wird für die Betroffenen zum Stolperstein, wenn das Finanzamt dann im Abgabenbescheid lapidar feststellt, daß die vom Abgabenpflichtigen vorgebrachten Informationen nicht ausgereicht haben, um die Einwendungen näher prüfen zu können. Dieses Vor­ge­hen wird vom Verwaltungsgerichtshof in ständiger Judikatur bestätigt.

Fazit: in vielen Fällen ist es für das Wohl des Abgabenpflichtigen un­ent­behr­lich, einen Spezialisten zu konsultieren, der die wahren Absichten des Finanzamtes rechtzeitig aufklärt und sodann auch formell richtige Einwendungen verfaßt, denen sich die Behörde nicht durch Untätigkeit entziehen kann.